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Aktuelle News zum Thema Krankenversicherung im Ausland

 

 

 

 
14.01.2007
Bella Italia - Katastrophale Zustände in italienischen Kliniken - Polizei bewacht Tote
 
Wehe dem Rombesucher, welcher während seiner Ferien in der Hauptstadt Italiens oder sonstwo im Lande auf ein Krankenhaus angewiesen ist. Der Besuch darin könnte zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Ein Korrespondent aus Deutschland kann ein Lied über die Zustände in Italiens Krankenhäuser singen, welche sich auf das schlecht funktionierende Gesundheitssystem des gesamten Landes übertragen lässt. Bei einem Strandspaziergang im Sand und mit nackten Füssen an der Küste von Ostia, unweit von Rom, trat in einen verrosteten Nagel. Aus Angst vor einer Infektion, fuhr er in das nächste Krankenhaus, wo er zu hören bekam, dass er mindestens 7 Stunden auf eine Tetanusspritze warten müsste. In 3 weiteren Spitälern wimmelte man ihn mit ähnlichen Argumenten ab. Erst im fünften Krankenhaus, im San Carlo, in der römischen Altstadt, fand sich einer, der die Spritze gab. Unter vielen Deutschen, welche in Italien leben, gibt es einen Witz, der ein bezeichnendes Licht auf die Zustände im Gesundheitswesen Italiens wirft. An wem wendet man sich zuerst, wenn man in Bella Italia krank wird? Antwort: An die Lufthansa! Das ist sicher keine Übertreibung. Auch wenn es in Italien ausgezeichnete Krankenhäuser gibt, an denen international renomierte Spezialisten schaffen, sind viele Einrichtungen doch heruntergekommen. Müll und Zigarettenkippen auf den Gängen, überfüllte Zimmer und ein Personal, das so unaufmerksam ist, dass die Verwanden vieler Patienten sich um die Kranken kümmern müssen. Das alles ist in Italien seit vielen Jahren hinlänglich bekannt. Doch die durch die Gesundheitspolizei in den letzten Tagen durchgeführten Überprüfungen in den größten Krankenhäusern des Landes zeigen ein Gesundheitssystem, das, so die Tageszeitung "La Republica", "einem EU-Land unwürdig ist". In den Spitälern Roms, Neapel, Mailands ist es vor allem um die Hygiene schlecht bestellt. Im Jahr 2006 starben ca. 15.000 Patienten an Infektionskrankheiten, die sie sich in den Kliniken zugezogen hatten. Vor allem in Süditalien ist die Situation miserabel. Im Poliklinikum von Neapel leben wilde Hund + Katzen, niemand scheint sich dafür groß zu interessieren. Ubaldo Mataguti ist Generaldirektor des römischen Poliklinikums, das so groß ist wie ein ganzes Stadtquartier. Seit Jahrzehnten soll diese gigantische Anlage renoviert werden, doch bisher ist nichts geschehen. Oft werden die Patienten, für die kein Platz in einem der Zimmer frei ist, in die Kellerräume geschoben. Diese Räume sind lange Gänge, die die einzelnen Gebäudekomplexe miteinander verbinden und nur sehr selten gereinigt werden. Kürzlich gab Mataguti zu, dass in seinem Klinikum "skandalöse Dinge geschehen". Er könne aber nicht alles kontrollieren. So war er auch etwas überrascht, als das Wochenmaganzin "L`Espresso", in seiner aktuellen Ausgabe Beweise vorlegte, wonach in den unterirdischen Gängen so manchem Toten die Augen gestohlen worden, um sie gewinnbringend zu verkaufen. Und das, obwohl die Toten im Krankenhaus seit Jahren von Polizisten bewacht werden, damit sie nicht Organdieben zum Opfer fallen. Skandale über Skandale. In den letzten sieben Tagen haben 550 Beamte der Gesundheitspolizei 321 staatliche Krankenhäuser überprüft. Nur zum Teil sind die Ermittlungsergebnisse an die Öffentlichkeit gesickert. So wurde etwas bekannt, das in 36 Prozent aller überprüften Krankenhäuser irreguläre Vorfälle aufgedeckt wurden. So bleibt das Personal in vielen Einrichtungen unbegründet der Arbeit fern, es fehlen Feuerschutzanlagen, Operationssäle werden nicht gesäubert, Notausgänge sind verbarrikadiert, Medikamente werden verabreicht, deren Verfallsdaten längst überschritten sind. Nach Aussage von Saverio Cotticelli, General der Gesundheitspolizei, sind vor allem die Krankenhäuser in Süditalien "schmutzig und von Leuten geführt, die kein Interesse an den Einrichtungen haben". Vom Zustand der staatlichen Krankenhäuser profitieren private Einrichtungen. Dem römischen Sozialforschungsinstitut Censis zufolge wenden sich 35 Prozent aller Italiener an private Krankenhäuser , weil sie sich dort viel besser aufgehoben fühlen. Doch das kostet natürlich. Dem Soziologen Rafaele Pstore zufolge sind die staatlichen Krankenhäuser zu einem "Anlaufpunkt der ärmeren Bevölkerungsschichten geworden". Er und seine Familie lassen sich "natürlich privat oder gleich im Ausland behandeln".

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