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30.06.2006
Fusionsdruck auf niederländische Krankenkassen wächst
 
Die niederländiche Gesundheitsreform treibt den Konzentrationsprozess bei den Krankenkassen weiter voran. Immer mehr Anbieter halten dem starken Konkurrenzdruck nicht mehr Stand und schließen sich zusammen. Deshalb gaben erst kürzlich die Unternehmen Agis, Delta Lloyd Ohra und Menzis bekannt, dass Sie im Oktober 2006 fusionieren wollen. Es wäre damit der zweite Zusammenschluss seit Jahresbeginn. Die Niederländer haben zu Beginn 2006 das Gesundheitssystem ganz grundlegend umgebaut und die staatlichen Krankenkassen privatisiert. Die Versicherten haben damit nun die freie Wahl. Finanziert wird die Gesundheitsversorgung mit einer Kopfpauschale und einem einkommensabhängigen Beitrag. Diese Modell gilt damit auch als Vorbild für die derzeitige deutsche Reformdiskussion. Nachdem die Neuerung zunächst von allen Seiten begrüßt worden war, macht sich nun aber Ernüchterung breit - vor allem bei den Krankenkassen.Ihnen macht die neue Wahlfreiheit der Patienten ganz entscheidend zu schaffen. Sei Januar 2006 haben bis heute knapp 3 Millionen Niederländer die Krankenkasse gewechselt. Zuweilen gäben schon zwei Euro Beitragsunterschied im Jahr (!) den Ausschlag, für den Wechsel, sagte der Den Haager Hausarzt Jos Rensing. Einige Versicherungen konnten die Verluste alleine nicht mehr verkraften und schließen sich daher mit den bisherigen Konkurrenten zusammen. So haben die Anbieter Unive und VGZ vor kurzem bekannt gegeben, ab 2007 zusammenzugehen. Damit werden sie dann ca. 4,2 Millionen Menschen versichern und damit knapp 25% Marktanteil haben. Der neue Zusammenschluss aus Agis, Ohra und Menzis wird mit ca. 3 Millionen Versicherten der zweitgrößte Anbieter auf dem Markt sein. Agis hat seit Jahresbeginn ca. 300.000 Kunden verloren, bei Ohra waren es 60.000 und bei Unive 95.000. Grund für den massiven Verlust an Kunden sind sogenannte Gruppenverträge, die Konkurrenten der betroffenen Versicherungen anbieten. Die Kassen können bestimmte Patientengruppen, zum Beispiel Diabetikern, Angebote mit besonders günstigen Tarifen und auf die Krankheit angepassten Leistungen unterbreiten. Aus einem Solidaritätsfonds bekommen sie zusätzliches Geld zum Ausgleich für die höheren Kosten, welche von den chronisch Kranken verursacht werden. 60% der Niederländer, die die Kasse gewechselt haben, haben sich für einen solchen Vetrag entschieden. Der Verband der Krankenkassen beurteilt die Reform dennoch weiterhin positiv. "Die Konkurrenz tut dem Markt gut", sagte Verbandssprecher Walter Annard. "Und den Trend zur Konzentration gab es auch schon vor der Reform - sie hat ihn nur noch beschleunigt". Annard rechnet nicht damit, dass die Fusionswut überhand nehmen wird. "Sicherlich werden sich noch ein paar kleinere Versicherer zusammenschließen, aber die Höchstgrenze von 25% Marktanteil pro Anbieter sollte auf jeden Fall erhalten bleiben". Die Gewerkschaft der Versicherungsmitarbeiter, "Dienstenboond", kritisiert diese negative Entwicklung. "In wenigen Jahren haben wir nur noch vier große Anbieter in den Niederlanden. Das kostet viele Arbeitsplätze und die Kunden haben keine Wahl mehr", erklärte ein Sprecher. Die oben erwähnten Gruppenverträge machen unterdessen auch immer mehr Patienten Probleme. Die staatliche Ausgleichszahlung gibt es nämlich nur für bestimmte Gruppen von Patienten. Gehörgeschädigte oder Arthrose-Patienten gekören leider nicht mit dazu. Sie kosten die Kassen also mehr Geld und werden daher häufig ganz abgewiesen. Sollten Sie, lieber Leser, hierzu weitere Fragen haben oder sich für eine Krankenversicherung der DKV AG interessieren, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme mit meinem Büro. Sicherlich können wir Ihre Fragen beantworten.

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