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Die Schließung vieler Unfallstationen in den Krankenhäusern des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) gefährdet Patientenleben. Darauf wiesen jetzt Sprecher ärztlicher Berufsorganisationen im Königreich hin. Hintergrund: Die Londoner Regierung bereitet dem Vernehmen nach die Schließung von mehr als 60 Notfall- und Unfallstationen vor. So soll Geld gespart werden. Mehrfach drohten Patientenorganisationen bereits Protestaktionen an.
Das Londoner Gesundheitsministerium steht auf dem Standpunkt, dass es im NHS derzeit zu viele Notfallstationen gebe. Anstatt in jeder der mehr als 800 NHS-Kliniken eine eigene Unfall- und Notfallstation anzubieten, sollen nach dem Willen der Regierung Brown zukünftig nur noch in den größeren Krankenhäusern entsprechende notärztliche Dienste angeboten werden. Das bedeutet laut britischem Ärztebund (British Medical Association, BMA) für Patienten „längere Anfahrts- und Transportwege“.
Forscher der Universität Sheffield hatten erst kürzlich kritisch angemerkt, dass längere Anfahrtswege „enorm große Gesundheitsrisiken“ für den kranken Patienten mit sich brächten. Laut Sheffielder Wissenschaftlern sterben von den Patienten, die weniger als 10 Kilometer Anfahrtsweg zur Unfallstation haben, durchschnittlich 5,8 % vor der Krankenhausaufnahme. Bei Patienten mit längeren Anfahrtswegen (zwischen 11 und 20 Kilometern) steige die Mortalität dagegen auf 7,7 %. Für den BMA ist es „unverantwortlich“, Notfallstationen ersatzlos zu schließen. |