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Frau bekam 19 Millionen Euro wegen falscher Diagnose / Berufshaftpflicht sehr teuer:
Englands staatlicher Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) gibt immer mehr Geld für die Entschädigung von Patienten nach ärztlichen Kunstfehlern oder anderen Patientenklagen aus.
Wie aus jüngst veröffentlichten Zahlen des Londoner Gesundheitsministeriums hervorgeht, zahlte der NHS im vergangenen Jahr allein 12,4 Millionen Pfund (umgerechnet rund 19 Millionen Euro) an eine Patientin, bei der es die behandelnden Ärzte versäumt hatten, eine bestimmte und mitunter lebensgefährliche Form der Eklampsie zu diagnostizieren.
Die Patientin verklagte die behandelnden Ärzte und bekam Recht. Experten fürchten eine zunehmende "Verrechtlichung" der Medizin und als Folge der steigenden Klagefreudigkeit der Patienten Ärzte, die Angst davor haben, innovativ zu therapieren.
Die 19-Millionen-Euro-Klage war nach den Worten von Gesundheitsministerin Patricia Hewitt die bislang größte Schadensersatzforderung eines NHS-Patienten in der Geschichte des staatlichen Gesundheitsdienstes. "Da ist ein Trend zu erkennen, und der sorgt uns", so die Ministerin.
Laut Gesundheitsministerium kosteten die zehn umfangreichsten Patientenklagen den NHS im vergangenen Jahr insgesamt rund 68 Millionen Pfund (mehr als 102 Millionen Euro). Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist die Summe, die der NHS an klagende Patienten auszahlt, um ein Vielfaches gestiegen. Die meisten Patientenklagen richten sich gegen Gynäkologen und andere Fachärzte, die falsche Diagnosen stellten.
Ärztliche Berufsverbände in Großbritannien weisen seit etlichen Jahren wiederholt darauf hin, dass die Beiträge zur ärztlichen Berufshaftpflicht überdurchschnittlich stark steigen. Oftmals seien die Beiträge bereits so hoch, dass sie Berufsanfänger davon abhalten würden, überhaupt für den NHS praktizieren zu wollen. |