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In den USA verzichten chronisch Kranke und Geringverdiener meist aus Kostengründen auf den Kauf von Arzneien - Auswertung von 132 Studien:
Bei Krankenversicherten in den USA sorgen Zuzahlungen oder andere Formen der Eigenbeteiligung dafür, dass verordnete Arzneimittel erst gar nicht gekauft werden.
Besonders stark davon betroffen sind chronisch Kranke plus Geringverdiener. Studien geben Hinweise darauf, dass diese Patienten überdurchschnittlich häufig in Kliniken eingewiesen werden.
In Deutschland werden Arzneimittel von Gesundheitspolitikern häufig vor allem als Kostentreiber diskutiert. Doch was passiert, wenn die Finanzkraft der Versicherten und die Wahrscheinlichkeit, eine adäquate Arzneitherapie zu erhalten, wie in den USA eng miteinander zusammenhängen, zeigt eine Studie von Dr. Dana P. Goldman aus Santa Monica in Kalifornien und Kollegen (JAMA 298, 2007, 61). Die US-Wissenschaftler haben 132 Studien ausgewertet, wie verschiedene Formen der Kostenbeteiligung sich auf Medikamenteneinnahme und Arzneiausgaben auswirken. Steigt die Eigenbeteiligung der Versicherten um zehn Prozent, so sinken ihre Ausgaben für Arzneimittel um zwei bis sechs Prozent.
Die überwiegende Zahl der bei US-Krankenversicherern üblichen Selbstbeteiligungs-Klauseln gibt es bei GKV-Versicherten nicht, mit Ausnahme der Zuzahlungen von maximal zehn Euro je Medikament. Zum Glück für Patienten und Kassen. Denn US-Versicherte, deren Versicherung etwa eine Erstattungshöchstgrenze pro Monat vorsieht, hatten um 31 Prozent niedrigere Arzneiausgaben als Versicherte ohne diese Klausel und waren "zwei bis dreimal so häufig bereit, ihre Therapie abzubrechen", schreiben Goldman und ihre Kollegen.
Obwohl es schwierig für die Forscher war, Daten über die langfristigen Gesundheitsfolgen von Zuzahlungs-Regeln zu ermitteln (etwa, weil Versicherte den Arbeitsplatz oder ihre Versicherungspolice wechseln), zeigen Studien, wie chronisch Kranke und Geringverdiener auf finanzielle Belastungen reagieren. "Eindeutig" sei der Zusammenhang zwischen finanzieller Belastung und Gesundheit etwa bei Patienten mit Diabetes, Herzinsuffizienz oder Schizophrenie: Stieg die Eigenbeteiligung, dann nahm bei diesen Patienten auch die Einweisungsrate ins Krankenhaus zu. |